Schutz vor Mietnomaden

In Deutschland hält zunehmend eine neue Art von Miettourismus Einzug. So genannte Einmietbetrüger oder Mietnomaden, also Mitbürger die von Wohnung zu Wohnung ziehen, am Ende nicht einmal Miete bezahlen und zudem noch eine Spur der Verwüstung hinterlassen, sind das Schreckgespenst eines jeden Haus- oder Wohnungsbesitzers.
Wer dieses Trauma schon einmal miterleben musste, weiß auch aus Erfahrung, dass es die deutsche Rechtssprechung den Vermietern im Kampf gegen Mietnomaden auch nicht gerade leicht macht.

Zwar hat er grundsätzlich die Möglichkeit, bei Mietrückständen ab 2 Monaten eine Kündigung auszusprechen und bei längeren Säumnissen sogar eine Räumungsklage einzureichen, jedoch kann der Mietschuldner sein Widerspruchsrecht in Anspruch nehmen und damit das Verfahren sehr lange hinauszögern. Für den Vermieter bedeutet das in der Regel noch mehr Einbußen und noch mehr Kosten, was unter Umständen sogar den finanziellen Ruin mit sich bringen kann.

Ist die Zwangsräumung dann endlich durchgesetzt, geht diese kostentechnisch meist auch zu Lasten des Vermieters.

Zwar kann man nicht alle säumigen Mieter in den gleichen „Topf“ stecken. Wer durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit in finanzielle Not gerät, der wird im Normalfall gemeinsam mit dem Vermieter versuchen eine akzeptable Lösung zu finden – keine Frage.

Doch wie kann sich der Wohnungseigentümer vor wirklichen Mietnomaden schützen? Nun, ein „Frühwarnsystem“ mit absoluter Sicherheit gibt es leider nicht!

Trotzdem lohnt es sich, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Jeder Vermieter hat beispielsweise das Recht auf eine Mietkaution von bis zu 3 Monatsmieten zu bestehen, einen Gehaltsnachweis anzufordern und natürlich den vorherigen Vermieter zu kontaktieren. Ebenfalls eine Bonitätsprüfung vorab kann grundsätzlich nicht schaden.

Im Internet werden dazu auch so genannte Warndatenbanken für das Mietwesen veröffentlicht, in denen schon bekannte Schuldner und Mietnomaden geführt werden.

Unter www.stop-mietnomaden.eu werden unter Anderem hilfreiche Listen von Mietnomaden veröffentlicht und diese damit entlarvt. Der Vermieter braucht sich nun nur noch auf der Internetplattform zu registrieren und schon hat er Zugang zu wichtigen Informationen die ihm hilfreichen Aufschluss über Mietschuldner geben können bevor es zu spät ist. Wenn jeder Betroffene diese Liste auf dem aktuellen Stand hält, wird es für diese Mietganoven zunehmend schwerer, immer wieder unerkannt bei ahnungslosen Opfern unterzuschlüpfen. Zwar ist das auch keine 100%ge Garantie aber immerhin eine gute Vorsichtsmaßnahme.

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